Landschaft lesen und gestalten

Workshop

Kompakte Permakultur-Erlebnis und Aktionswochenenden bei Kepotopia e.V.

Ziel war es, die Grundlagen zu verstehen, sofort anzuwenden und Landschaften lesen zu lernen – denn „Die Karte ist nicht das Gelände“, echte Gestaltung beginnt vor Ort.

Am ersten Tag begann die Reise mit viel Neugier. Die Grundprinzipien der Permakultur wurden kennengelernt: Beobachten statt adhoc Handeln, Vielfältigkeit schafft Resilienz und geschlossene Kreisläufe schaffen Stabilität. Bei sonnigem Wetter und lauen Wind genoss die Gruppe den Theorieteil unterm Festivalspanndach. Am Nachmittag stand Landschaft lesen auf dem Programm. Wie ist das Gelände und Bodenstruktur beschaffen? Bodenprofile und Schlemmproben helfen dabei das da unter unseren Füßen besser zu verstehen. Wo erkenne ich mögliche Wasserläufe oder Mikroklimata, Schatten hier, Wind dort, Wärmeinseln, die sich im Verlauf des Tages bildeten? Wie ermittelt man die Topographie im Gelände? Worauf achten beim anlegen von Landschaftselemente?

Tag zwei stand ganz im Zeichen der Praxis. Das Ziel war, das Gelernte sofort anzuwenden. In der Gruppen ermittelten wir mit dem A-Frame das Höhenlinienprofil im Gelände. Mit langen Seilen und Heuschwaden wurde der Linienverlauf richtig greifbar. Im Gelände wurde die Theorie in die Praxis umgesetzt: Landschaftselemente in verschiedenen Formen wurde mit Heu gelgt, Wege und ein Weidendom wurden so „skizziert“. Mehr Werkzeuge waren nicht nötig; der Reiz lag im Lernen mit dem Wesentlichen.

Ein oft gesprochener Satz an den Wochenenden war „The map is not the landscape“. Pläne helfen, müssen aber flexibel bleiben. Vor Ort wurde geprüft, welche Elemente funktionierten und welche angepasst werden mussten. Kleine, schrittweise Eingriffe wirkten oft nachhaltiger als große Umgestaltungen. So entstand das Verständnis, dass es nicht darum geht, die Landschaft zu dominieren, sondern sie zu lesen und sich Schritt für Schritt zuzutrauen, sie zu gestalten.

Damit es im Herbst auch viel zu pflanzen gibt wurden an jedem Aktionswochenende eine kleine Baumschule mit den gebietsheimischen Gehölzen angelegt, welche das Gelände von sich aus zu bieten hatte. So kam schlussendlich eine beachtliche Menge Pflanzenware zusammen, welche dann über den Sommer mit Liebe und Wasser versorgt wurden.

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Am Ende des Wochenendes blieb eine Bereicherung: Das theoretische Fundament war gelegt, die ersten praktischen Schritte waren gemacht, und es gab eine klare Orientierung, wie es im Herbst zur Pflanzaktion weiter gehen kann. Die Landschaft präsentierte sich nicht als fertige Karte, sondern als lebendiges Umfeld, das behutsam gelesen und schrittweise gestaltet werden durfte. Dieses Vertrauen in die eigene Wahrnehmung, gepaart mit praktischer Umsetzung, machte das Erlebnis zu einer echten Entdeckung.

Use small and slow solutions.

- Ein Prinzip der Permakultur -